Wi-Fi Bildübertragung mit der D600 und der App Shuttersnitch

Wi-Fi Bildübertragung mit der D600 und der App Shuttersnitch

Mit diesem Review wollen wir allen jenen Hilfestellung geben, die mit der Einrichtung Ihrer Transcend Wi-Wi SD Card Schwierigkeiten haben. Es gibt einige wichtige Dinge zu beachten, andernfalls wird man zumindest damit nicht glücklich.

Für wen eignet sich die Kombination Wi-Fi SD Card und Shuttersnitch? 

Nun, eins vorweg genommen, die Übertragungsraten der Wi-Fi Card sind mit WLAN-Verbindungsraten nicht zu vergleichen, es ist aber schon sehr praktisch, im Studio wie Outdoor, frisch geschossene Fotos auf dem iPad, Tablet oder Laptop ansehen zu können, denn – das ist ja klar, je größer das Display, desto objektiver wird die Bildbewertung ausfallen, sei es die eigene, die von Models oder Kunden. Also, du brauchst auf jeden Fall ein Android- oder Apple-Gerät, auf dem die App läuft, welche WiFi-Karte sich mit welcher Kamera verträgt, lässt sich auf Kompatibilitätslisten der Hersteller nachsehen. Ein zweiter Karten-Slot ist sehr zu empfehlen, denn dann kann ein sehr größenreduziertes JPEG auf die Wi-Fi-Karte gespeichert werden, während auf die erste Karte die RAWs gespeichert werden.

Die Vorgehensweise:

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  1. Erstmal eine Wi-Fi SD Card kaufen, gibt es inzwischen ab 38,- €; z.B. von eine Transcend; klar es gibt auch andrere Hersteller; in Preis, der Einrichtung und der Verwendung mit Shuttersnitch unterscheiden die sich aber faktisch nicht viel.

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  1. Die Menüführung ist hier am Beispiel einer D600 gezeigt, funktioniert aber ähnlich mit der D800: Zuerst sollte die Standbyvorlaufzeit unter C2 verlängert werden, am besten auf unendlich. Werksseitig ist bei der D600 mit 6s eingestellt. Ist die Standbyvorlaufzeit zu kurz, kann die Verbindung von der Wi-Fi-Karte zur App nicht aufgebaut werden, oder bricht gleich wieder ein, nachdem sie kurz steht. Eine Vorlaufzeiteinstellung auf unendlich braucht klar mehr Akkuleistung, ich persönlich lasse die Kamera aber nie ungenutzt eingeschaltet.

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  1. Die Funktion der Karte in Fach 2 belegen: RAW in Fach 1, JPEG in Fach “ dürfte für die meisten die richtige Einstellung sein.

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  1. Die JPEG-BASIC-Auflösung ist auch bei iPads mit Retina-Display absolut ausreichend und erreicht damit recht flotte Übertragungsraten. Übertragungen der Raw-Datei sind zwar möglich aber auf Grund der quälend langen Übertragungszeit in der Praxis nicht zu gebrauchen.

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  1. Ein neues Wi-Fi-Netz sollte sich im iPad oder Android-Gerät automatisch melden. Bei mir war das allerdings nie der Fall; kurz vor der totalen Verzweiflung las ich in einem Forum den Erfahrungstipp eines Users, die Wi-Fi-Karte im laufenden Betrieb in die Kamera zu stecken – ansonsten nicht zu empfehlen, hier hilft es für den Verbindungsaufbau tatsächlich. Das muß auch nur beim ersten mal gemacht werden, später wird das Wi-Fi-Netz viel leichter erkannt.

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  1. Das Passwort für den Verbindungsaufbau Werkseinstellung „12345678“ muß eingegeben werden. Passwort und Netzwerkname können später geändert werden. Auch hier wieder die Möglichkeit alles in die Ecke zu schmeissen: Das Passwort wurde (bei mir zumindest) erst nach dem 5. mal akzeptiert. Aber seit dem immer sofort. Das ist digitale Technik mit Haustiermentalität.

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  1. Darüber, ob an dieser Stelle wenigstens einmal die Transcend Wi-Fi-Sd-App gestartet werden muß, scheiden sich die Forumsgeister. Da ich es so gemacht habe, kann ich nicht mehr sagen, ob ohne Transcend-App, ShutterSnitch alleine den Weg zur Wi-Fi-Karte gefunden hätte. Die Firmeneigene App gibt es im App-Store gratis. Weil diese aber im Gegensatz zu ShutterSnitch bei weitem nicht so komfortabel ist, verwende ich ich sie nur, wenn ShutterSnitch mal streiken sollte – was bisher aber nicht der Fall war.

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  1. Die App ShutterSnitch gibt es in den App-Shops für derzeit 17,99 €. Nach dem ersten Start muß man eine Sammlung benennen. Weitere Sammlungen – im Prinzip Alben – können später hinzugefügt werden. Wenn die Verbindung zur Wi-Fi-Card aufgebaut ist beginnt auch gleich die Übertragung der darauf gespeicherten JPEGs. Wie gesagt, eine Übertragung von RAW-Dateien funktioniert ebenfalls nur dauert die eben wesentlich länger.

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  1. An einem kleinen Wartekreisel kann man gut die Übertragsdauer ablesen. Das erste Bild dauert seltsamerweise zur Übertragung länger als die nachfolgenden. Dann ist die App sehr intuitiv gestaltet. Eine Thumbnail-Leiste mit Vorschaubildern, ein großes, aktives Foto. In dieses kann man wie gewohnt zoomen.

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  1. Die Bildsammlungen sind nicht automatisch Fotoordner im System, können aber per automatisierter Bauch-Anweisung diesen hinzugefügt werden.

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  1. Nach dem Import kann man sich z.B. kanalbasierte Histogramme, oder blinkende Unter- oder Überbelichtungen  anzeigen lassen …

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  1. Schnittmasken anlegen, was sehr sinnvoll ist um z.B. einem Kunden vor Ort die Wirkung eines Bildausschnittes zu zeigen, oder Overlays darüber legen …

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  1. … man kann Fotos per E-Mail versenden …

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  1. … und hierzu extra noch mal die Bildgröße ändern …

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  1. … oder einige weitere Exportfunktionen z.B. per FTP oder Speicherung in bestimmten Ordnern festlegen. Wirklich genial ist, daß man sich einen eigenen individuellen Workflow „programmieren“ kann. Ob das wirklich jeder braucht, gerade unter der Tatsache, daß man nur mit reduzierten JPEGs arbeitet, mag dahingestellt sein, aber die App mag sich ja noch entwickeln;

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  1. Es wäre sogar möglich, verschiedene User-Hierarchien mit unterschiedlichen Berechtigungen anzulegen.

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In diesem Menüpunkt ist es möglich sich einen eigenen Export-Workflow-Batch aufzubauen. Das macht zum Beispiel dann Sinn, wenn das iPad oder Tablet noch über eine Telefonkarte verfügt und die Bilddaten von unterwegs versendet werden sollen. Je nach Abspeicherung kann der spätere Workflow aber auch über Box-Dienste wie Dropbox oder Box erfolgen.

Der Bericht war schon geschrieben und einige Stunden online, da habe ich gesehen, dass mit ShutterSnitch auch ein GPS-Tagging möglich ist. Die Funktion befindet sich in der Thumbleiste als kleines + Zeichen versteckt, man kann mit dem geriffelten Schieber den Kartenbereich quasi auf die volle Bildschirmgrösse aufziehen, in der Karte zoomen, und die Positionsnadel versetzen. Klasse, damit ist die App wirklich ihr Geld wert.

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Resümée:

Seitdem die Preise für Wi-Fi-Karten stark gesunken sind, macht es durchaus Sinn sich mit dem Thema zu befassen, allerdings gibt es echte Probleme, die einem diesen Genuss vermiesen können. Die Foren der Kartenhersteller und die der Apps sind vor allem mit Verbindungsproblemen proppenvoll. Mit dieser kurzen Beschreibung habe ich versucht vor allem auf die Probleme der erstmaligen Verbindung hinzuweisen und wie man sie umgehen kann. Seit einigen Tagen läuft ShutterSnitch und der Verbindungsaufbau problemlos. Die Karte wird erkannt sobald sie „unter Strom“ steht. Ich bin mir sicher, daß die App weiter entwickelt wird, und viele weitere Entwickler nachziehen werden.

Wenn du Fragen zum Thema hat, versuchen ich sie hier gerne zu beantworten.

tg

Von |2016-11-24T15:59:33+00:006. September 2013|Reviews|Keine Kommentare bisher

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